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Irisches Tagebuch

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Genre,
Autor
Bindung
Verlag
Seitenanzahl145
Erscheinungsjahr1961
ISBN978-3423000017

Irisches Tagebuch: „Es gehört wohl tatsächlich zu den gelesenen Büchern – Bölls Irisches Tagebuch in inzwischen die Millionengrenze überschrittener Auflage verbreitet, zählt unrevidierbar zu den Klassikern der Reiseliteratur. Der Reiseliteratur? Nur? Sicherlich sind die geschilderten Reisebewegungen, Beobachtungen, Gespräche und skizzenhaft eingefangenen Mentalitäten der unmittelbar greifbare Inhalt des Buches. Aber nicht nur. Von einem ruhigen Ton von Kontemplation zusammengehalten scheinen die Vorfälle, Reflexionen und Erscheinungen durch die Sprache gleichsam die Stationen eines Bilderzyklus zu durchlaufen, zu deren Entdeckung die Lektüre den Lesenden macht. Der Hinweis ist nicht beliebig. In keinem anderem seiner Bücher hat Böll so explizit wie im Irischen Tagebuch darauf hingewiesen, daß es ein Buch der die ihre Umgebung sinnhaft erschließenden Sinne ist. Gleich der Einleitungssatz hebt dies deutlich hervor: »Als ich an Bord des Dampfers ging, sah ich, hörte und roch ich, daß ich eine Grenze überschritten hatte.« Sinnlicher Sinn und sinnhafte Sinnlichkeit vereinen sich in dieser Weise beispielhaft in der Begegnung mit den Überresten eines verlassenen Dorfes auf Achill Island, der irischen Insel, die Böll nach seinem ersten Aufenthalt in Irland 1954, ab 1955 mit seiner Familie noch oft besuchen sollte. Obgleich in den mitgelieferten topographischen Marken oder dem andeutungsweise aufgerissenen sozialgeschichtlichen Hintergrund allen Realismus aufbietend, ist diese Schilderung ein Lehrstück für die in der Begegnungen mit dem Unverhofften erweckte Imaginationsfähigkeit, Phantasiefähigkeit der Augen, Wirklichkeit nicht nur wiederzugeben, sondern, das was >wirklich< ist, >sichtbar< zu machen. Nicht von ungefähr hat Böll diesen von Paul Klee formulierten Grundsatz der Kunst auch im Irischen Tagebuch als Maßstab seines literarischen Arbeitens genommen. Bölls Irisches Tagebuch ist nicht nur ein Buch des Reisens, es ist auch ein Buch, oder besser noch eine Schule des Wahrnehmens, des Wahrnehmens des Anderen, exemplarisch vor- und dargestellt in vielfältig eingefangenen literarischen Miniaturen. Vielleicht liegt darin, daß es erfahrbar macht, was »Etwas-Sehen« sein kann, daß dem Irischen Tagebuch seit seinem Erscheinen vor fünfzig Jahren unausgesetzt seine Leser begeistert. »Dieses Buch«, so in dem offenkundig von Bölls selbst verfaßten Klappentext der Erstausgabe, »ist nicht im herkömmlichen Sinne ein >Buch über Irland<, es beansprucht nicht, über die komplizierte Geschichte, die ebenso komplizierte ökonomische Situation dieses kleinen Staates westlich von England Auskunft zu geben und als Reiseführer in die vielfältige Schönheit und landschaftliche Eigenart Irlands zu dienen; es ist der Versuch, in verschiedenen Prosastücken, in komprimierter Form, ein Land darzustellen, indem sich ständig das Süße mit dem Bitteren mischt, das Bittere mit dem Süßen, Gebete mit Fluch, ein Land, in dem die Poesie auf der Straße liegt […]. Der totale Gegensatz zu Deutschland wirkte auf den Verfasser wie eine Provokation, gerade dieses Land in die deutsche Sprache aufzunehmen, es in ihr zu porträtieren, etwa in der Form eines Mosaiks, keiner realistischen Nachbildung, da der porträtierte Gegenstand andere als realistische Sprachräume erforderlich gemacht hätte.«

Als das Irische Tagebuch 1957 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschien, traf das es auf eine nicht wenig überraschte Rezensentenschar, die wohl anderes erwartet hatten. Ein >neuer<, gar ein endlich >zu sich selbst gekommener< Böll, der sich vom Mief der Waschküchen befreit habe, wurde gefeiert. Unter den vielen in dieser Art mißverstehenden Rezensenten fanden sich aber auch andere, die Bölls Intention verstanden hatten. So schrieb etwa Bölls Schriftstellerkollege und Freund Alfred Andersch: »Dieses kleine Meisterwerk einer durch und durch humanen Schreibweise versetzt seine Leser in ein Land der Armut, der Anarchie, des Katholizismus und des Humors, mit anderen Worten in eine Böllsche Utopie, die sich von gewöhnlichen Wunschträumen aber dadurch unterschied, daß sie Wirklichkeit war.« Damit hatte er zweifellos recht.“

Jochen Schubert, 2007

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